Ein satirisch gutes Buch, futuristisch weitergesponnen bis zum bitteren Ende, das das Lachen auch mal zum gefrieren bringen kann.

Es sei vorweggenommen: Im vorliegenden Werk möchte Alfonso Pecorelli kein Plädoyer für das Rauchen abgeben oder dessen Schädlichkeit in Abrede stellen. Doch die zunehmend skurrilen Einschränkungen, die Diskriminierung der Raucher, hat ihn veranlasst, diese satirischen Kurzgeschichten zu verfassen. Er spielt darin mögliche futuristische Szenarien durch, spinnt den Faden der immer abstruseren Massnahmen gegen die Raucher weiter. So in der Geschichte von Gennaro Innocente, der nichts anderes will, als seinem geliebten Laster zu frönen. Dann ist es soweit: Im Jahr 2047 verschanzen sich die letzten Raucher in einem
abgelegenen Landstrich zwischen Euphrat und Tigris. Die diktatorisch geführte «Erdföderation» entschliesst sich zum ultimativen vernichtenden Schlag gegen die «Tabak-Terroristen». Doch die Nichtraucher haben einen wesentlichen Faktor übesehen, und dies führt, im ungleichen Endkampf bei Harmageddon, zur Katastrophe: Der Weltuntergang steht vor der Tür.

Man kann die schwarzhumorigen Geschichten mit einem Schmunzeln geniessen, aber sie sind auch ein Beispiel dafür, wie im Lauf der Geschichte immer wieder grosse Minderheiten in den Untergrund gedrängt und verfolgt wurden. Denken wir nur an das Debakel der Prohibition. Werden die Raucher zu den «Nikotinjuden»? Es brauchte eine gute Portion Mut des Autors, dieses Buch zu schreiben, denn schon heute fühlt man sich als Raucher zunehmend als Delinquent.


Alfonso Pecorelli
(Nicht)rauchen ist tödlich
Satirische Geschichten
Reihe Westentaschenbuch Nr. 1
ISBN 978-3-9523280-9-5
128 Seiten, Softcover
CHF 19.90 / EUR 13,50