«Ich hasse Geburtstage, am meisten die eigenen. Im Übrigen: Wofür soll ich mich feiern lassen? Ist es mein Verdienst, dass mich meine Mutter unter Schmerzen geboren, mein Vater neun Monate zuvor mit einem Aufschrei gezeugt hat?»

Mit solch humoresken Knallern beginnen die Geschichten von Hans-Jörg von Büren, steigern sich in verwickelte, skurrile Situationen und enden mit verblüffend pointierten Schlüssen. Mit (scheinbarer) Leichtigkeit hingeschlenzt kommen sie daher, bringen uns Mal für Mal zum Lachen und zum Staunen über den Ideenreichtum und die Dichte, die dem Leser auch Raum für die eigene Vorstellungskraft lassen. Szenisch brillant beschreibt er in «Schotter» eine Pennergeschichte, frivol in «TantRap Two» den Werdegang eines brotlosen Rappers zum «Freudenjungen», die dann doch in den Worten gipfelt: «Wieder dieses seltsame, schwindlig machende Gefühl. Ich erschrak ein wenig, denn nun wusste ich es: Ich war verliebt.»

«Ein Frauenkenner am Matterhorn» ist ein kleines, feines Buch, Nouvelle Cuisine der Literatur, gechrieben mit ungeheurem Drive. Man kommt kaum darum herum, es in einem Zug zu verschlingen und könnte durchaus einen opulenten Nachschlag vertragen. Macht nichts, es birgt genug versteckten Mutterwitz für einen zweiten Durchgang und lässt erst dann den reichen Erfahrungsschatz des Autors aufblitzen

Hans-Jörg von Büren
Ein Frauenkenner am Matterhorn
Zehn kurz erzählte Geschichten
Reihe Westentaschenbuch Nr. 2
ISBN 978-3-9523280-7-1
96 Seiten, Softcover
CHF 19.90 / EUR 13,50

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