

«Es war eine weitere unsterbliche Melodie von Albert. Und doch war sie sterblich, denn mit ihm würde auch sie die Welt auf immer verlassen. Es war Alberts Todesmelodie, sein Requiem. Es war gut. Teuflisch gut.»
Albert Leblanc führt ein trostloses Leben als Koch in der verrauchten Dorfbeiz von Rechthalten. Ständig wird er vom Wirt erniedrigt und von betrunkenen Gästen verhöhnt, Anerkennung erhält er kaum. Die einzigen Freuden in seinem Alltag sind das Gitarrenspiel, der Absinth und die Serviertochter Mona, die ihm als einzige etwas Sympathie entgegenbringt.
In einsamen Momenten hängt er immer öfter morbiden Gedanken nach. Er beschliesst, in vier Tagen all den Bosheiten ein Ende zu setzen. Albert macht sich an sein schauriges Werk ...
Ob sich heute in Rechthalten noch jemand an Albert Leblanc zu erinnern vermag? Wer seinerzeit regelmässig in die Wirtschaft pilgerte, wird sich womöglich noch ein Bild seiner schmächtigen Gestalt machen können. Es würde allerdings nicht erstaunen, wenn er vollends in Vergessenheit geraten wäre. Dies ist seine so verwegene wie tragische Geschichte.
Literaturpreis
Der Roman «Flucht eines Toten» wurde 2010 beim Literaturwettbewerb der Universität Freiburg mit dem 1. Preis ausgezeichnet.
Begründung:
«Das Werk von David Bielmann zeichnet sich nicht nur durch eine ereignisreiche Geschichte aus. Leblancs Leben (dessen Name in prononciert deutscher Aussprache bereits Doppeldeutigkeit signalisiert) und die Ereignisse des Romans überhaupt werden kompositorisch gekonnt erzählt und unter anderem mit Motiven der Musik verknüpft. Doch nicht nur die sorgfältige und durchdachte Gestaltung dieses Romans macht ihn preiswürdig. Er weist auch einen direkten Bezug zum Kanton Freiburg (bzw. zur kleinen Freiburger Gemeinde Rechthalten) auf und thematisiert nicht zuletzt die Zweisprachigkeit.»
David Bielmann
Flucht eines Toten
Roman
ISBN 978-3-9523657-2-4
256 Seiten, Softcover mit Klappen
CHF 24.90 / EUR 19,90